Dienstag, 14. August 2012

Sherlock (Staffel 2)

Drei Episoden sind ja eigentlich keine Staffel, aber die Briten sehen das anders. Immerhin bot jede der Episoden 90 Minuten Unterhaltung. Und die fiel wie schon in der ersten Season größtenteils schlicht und ergreifend brillant aus. Charismatische Figuren wie Irene Adler (Lara Pulver) und Jim Moriarty (Andrew Scott), die akribische, verwirrende, aber auch trockenem Humor durchsetzte Ermittlungsarbeit von Holmes und Watson und die großartig ausgetüftelten Geschichten, in denen jedes Puzzleteil am Ende zu einem großen Ganzen zusammengeführt wird, kennzeichnen auch diesmal „Sherlock“. Bleibt die mittlere Folge, die schon fast traditionell von der Qualität her abfällt. „The Hounds Of Baskerville“ bleibt gerade von der Story und ihrer Auflösung her doch deutlich zurück, da retten auch Cast und der restliche Rahmen wenig. Dies vermasselt letztlich leider knapp die Höchstwertung. Auch Genies können sich also noch verbessern. „Sehr Gut“

Person Of Interest (Season 1)

Tolle Besetzung, interessantes Setting, sehr starker Start. "Person of Interest" machte vieles richtig. Hier der geniale IT-Experte, der geschickt aus dem Dunklen heraus arbeitet, dort der abgehärtete Haudrauf, der selbst eine bis an die Zähne bewaffnete Mini-Armee auf einer Fläche von drei Quadratmetern in Grund und Boden prügelt. Das ließ sich prima an, jedoch hegte ich ab der dritten Episode schon erste Befürchtungen, dass der Ablauf zu prozedural werden könnte. Maschine spuckt Nummer aus, Finch hackt, Reese ballert, eventuell kleiner Twist hinsichtlich Täter-Opfer-Rolle, Detective Carter tappt im Dunkeln, Bösewichter tot, Ende. Die zur Auflockerung eingebauten Rückblenden gingen interessehalber leider so ziemlich an mir vorbei, mit Episoden wie der zahnschmerzhaft twistigen Aufdeckung des ultrabösen Mafiabossanwärters (S1E08: Foe) und dem Rührstück über den armen, sozial benachteiligten schwarzen Jungen (S1E14: Wolf and Cub) setzte man für mich absolute Lowlights der Staffel. Allerdings funktionierte die Mixtur in den letzten fünf Episoden der Staffel wieder so großartig, dass ich mich richtig drauf freute, wenn John Reese Frauenschlägern, angeheuerten Killern oder anderem Gesocks so richtig mit Schmackes ein paar gepflegte Malträtierungen angedeihen ließ. So gelang „Person of Interest“ am Ende doch noch die Punktlandung auf dem knappen  „Gut“.

New Girl (Season 1)

Für mich die Comedy-Enttäuschung des Jahres. Zooey Deschanel finde ich prima! Der Auftakt war super, die Dynamik mit der Männer-WG funktionierte. Von mir aus hätte man die restlichen 23 Folgen jede Folge Jess herumgeeken und gesellschaftlich anecken lassen, während die Jungs die Krise davon bekamen. Stattdessen stellte man die Kerle mehr in den Vordergrund, was ja eigentlich in Ordnung geht, denn schließlich definiert sich eine erfolgreiche Comedy nie über eine einzige Figur. Von den drei Männern fand ich aber Schmidt ungeheuer nervig und nicht witzig, während Nick und Winston nie die Momente auf den Leib geschneidert bekamen, um richtig wahrgenommen zu werden. Cece? Nett anzuschauen, aber nicht zum Lachen. Von der Protagonistin kamen auch eher große Augen und Schmollmund denn witzige Momente. Ich will nicht zu sehr meckern, schließlich gab es zu Beginn und später mit "Valentine's Day" und "The Landlord" gute Folgen. Sehr gute oder überragende Episoden hingegen? Fehlanzeige. Meistens bewegte sich "New Girl" bei mir im Bereich zwischen befriedigend und unterdurchschnittlich. Ein leider deutlicher Fall von zu wenig draus gemacht.  „Ausreichend“ 

2 Broke Girls (Season 1)


Am Ende jeder Episode von "2 Broke Girls" wird der aktuelle Kassenstand der beiden Restaurantfachbedienungen/Zuckerbäckerinnen eingeblendet. Zu Beginn hätte ich da auch was reingelegt, war die Hoffnung doch groß, eine freche neue Comedyshow in der Serienguckliste zu haben. Sicher, die Charaktere des russischen Kochs und des asiatischen Besitzers sind von fast erschreckender Eindimensionalität, aber dafür sind sie ja auch nur Nebenfiguren. Aber die beiden titelgebenden Damen Max und Caroline, allen voran die dralle Kat Dennings mit ihren derben Sprüchen sorgten für ordentliche Unterhaltung. Auf Dauer verfuhren die Autoren allerdings zu oft nach dem "Hit or Miss"-Prinzip, sodass immer mehr Gags eher kalt als heiß serviert wurden. Ihre stärkste Phase hatte die Show etwa zur Halbzeit, ehe mit dem Auftauchen der polnischen Putzchefin Sophie (Jennifer Coolidge) mein Wertungsdaumen stetig oft nach unten ging. Sorry, aber mit dieser Figur konnte ich absolut gar nichts anfangen, ihre Witze sind zu fast 100% an mir vorübergezogen. Was bleibt ist eine Show, die doch eher lauwarmen Filterkaffee zusammenmischte als leckere Cupcakes.  „Ausreichend“

Freitag, 8. Juni 2012

Wreck-It Ralph

 

Hier der Trailer zum neuesten Disney Animationsfilm „Wreck-It Ralph“, in dem ein Charakter aus einem alten (von Rampage inspirierten) 8-Bit-Game in einen New School Egoshooter flüchtet: „An 8-bit video-game character attempts to shed his bad-guy image by escaping into a popular first-person shooter, but inadvertently wreaks havoc in the video-game universe by freeing a digital villain.“
Ich liebe die ganzen Anspielungen auf Games und Konsolen-Generationen als unterschiedliche „Dimensionen“, ob Ralph auch als Film taugt, werden wir sehen.

Django Unchained Teaser Trailer



Hier der erste Trailer zu Trantinos neuen der sich "Django Unchained" nennt. Kommen wird er im Winter '12 / Frühjahr '13.

Dienstag, 3. April 2012

Ich bin kurz davor, in mein Lichtschwert zu fallen ...

... oder "George Lucas is dancing on Star Wars’ Grave ".

Der Dance-Party-Mode für Star Wars Kinect, tatsächlich nochmal ‘ne Spur schlimmer als das “Nooooo” aus der BluRay-Version von Return. Aus den YT-Comments: “I just felt the death of Star Wars. It was as if millions of voices suddenly cried out in terror, and were suddenly silenced.”

Hier der Beweis:
 


YT Direktsolo, via Jason Kottke

George Lucas hat SW schon so ziemlich alles angetan! Aber Lobot als DJ, das tut mir schon weh! Jetzt warte ich nur darauf dass Anakin Skywalker digital durch Justin Bieber ersetzt wird, in allen Filmen. Jetzt nehme ich auch gerne ein gepflegtes Karbonit-Bad, damit mein entsetztes Gesicht für nachfolgende Generationen überliefert ist. Star Wars ist tot! Für mich gibt es eh nur "die 3 Star Wars Filme", aus meiner Jugend!!

Und hier zur Beruhigung:

 

 bisher aber auch unerreicht aus SNL:

Sonntag, 11. März 2012

Im Intro der am letzten Sonntag (04.03.12) ausgestrahlten Episode der Simpsons in den USA nahmen sich die Macher der Fantasy-Serie Game of Thrones an und formten daraus ihre ganz eigene Version. Eine derart umfangreiche Variation wurde zuletzt dem Street-Artist Banksy gewährt.

 

Was für eine Ehre! Inzwischen nur noch 14 Tage vor Start der 2ten Staffel der HBO Serie Game of Thrones, haben sich die Macher der Simpsons dem sehenswerten Intro des epischen Fantasy-Spektakels angenommen und in ihrer Eröffnungssequenz eine ganz eigene Version daraus gebastelt – und die kann sich echt sehen lassen!

 Die letzte große Abänderung des Intros wurde dem britischen Graffiti-Künstler Banksy im Jahr 2010 gestattet. Für meinen Geschmack noch einen Tick besser, weil künstlerisch anspruchsvoller und mit kritischem Inhalt versetzt, hielt sich dieser jedoch zu Beginn stark an die Standard-Version, drückte dem Ganzen aber am Ende seinen mächtigen Stempel auf. Wer sich davon nochmal überzeugen will, kann das hier tun. Ob es Zufall ist, dass der Titel der gestrigen Episode an die gefeierte Mockumentary "Banksy - Exit through the Gift Shop" des Street Artist angelehnt war und damit indirekt auf die letzte große Intro-Parodie verwies, darf wohl bezweifelt werden. Genauso der Zeitpunkt der Ausstrahlung des Game of Thrones-Intros. Am 1. April ist es nämlich soweit, dann startet die zweite Staffel des fantastischen Serien-Stoffes beim amerikanischen Bezahlsender HBO.

Und hier das Orginal Intro, woran über ein ganzes Jahr gearbeitet wurde! Als Zuschauer der Serie überspringt man es auch nicht sondern läßt es durchlaufen!



"Game of Thrones" Main Titles from Elastic on Vimeo.



Freitag, 10. Februar 2012

Drive


(USA 2011)



“If I drive for you, you give me a time and a place. I give you a five-minute window, anything happens in that five minutes and I’m yours no matter what. I don’t sit in while you’re running it down. I don’t carry a gun… I drive.” Wer nach diesen ersten Sätzen glaubt, er befinde sich in einem Autofahrfilm oder standardisiertem Heist- Movie, könnte falscher nicht liegen. „Drive“ ist so ziemlich alles, von poetisch bis ultrabrutal, nur eines ist dieser Film nicht, und das ist konventionell. 

Gleich zu Beginn schreibt „Drive" Filmgeschichte. Wer wissen will, warum Nicolas Winding Refn beim Filmfestival in Cannes den Regiepreis gewann, braucht sich nur die Exposition seines furiosen Action-Dramas anzusehen. Der Däne zelebriert eine epische Verfolgungsjagd, die vor Intensität fast die Leinwand zum Bersten bringt – und das ganz ohne überkandidelte Crashs und ohne zu Schrott gefahrene Karossen. Wer hier durch andere Filme an Schnitte in Lichtgeschwindigkeit und explodierende LKWs in Slow-Motion gewöhnt ist (einen freundlichen Gruß an Herrn Michael Bay), sollte dann jetzt lieber abschalten! Stattdessen setzt Refn auf handgemachte und entsprechend realistische Stunts, dazu gönnt er sich raffinierte, stilvolle Zeitlupen – eine unfassbar gut inszenierte Eröffnung. Der Driver verzieht nach der Entdeckung durch die Polizei keine Miene und entkommt durch das virtuose Zusammenspiel von kühlem Kopf und durchgetretenem Gaspedal. Wenn Ryan Gosling mit dem Fluchtauto vor der roten Ampel steht, während die Polizei direkt gegenüber ebenfalls auf grün wartet, steigt die Spannung dermaßen an, dass man sich als Zuschauer genauso verkrampft, wie die beiden Einbrecher auf der Rückbank. Auch hier wird schon einiges über den Hauptcharakter verraten. Selbst in einer solchen brenzligen Situation verzieht er keine Miene und kaut lässig auf einem Zahnstocher herum, nur um dann mit perfekten Fahrkünsten endgültig aus dem Scheinwerferlicht der Polizei zu verschwinden. Nach diesem grandiosen Einstieg entwickelt sich eine Geschichte um Geld, Mittelsmänner der Mafia und natürlich den Driver. Ryan Goslings Figur ist zweifellos mysteriös, aber interessant. Auf die Frage was er denn tue, antwortet der Mechaniker/Stuntman/Fluchtwagenfahrer: „I drive.“ Und das tut er. Die Handlung ist so aufgebaut, dass es immer wieder zu heftigen Gewaltausbrüchen kommt. Die Gewalt in „Drive“ ist in nie cool, sie kommt meistens unerwartet und dann sehr sehr hart. Selbst wenn man schon einiges an Brutalität in Filmen gesehen hat, die kurzen aber prägnanten Szenen in „Drive“ lassen einen als Zuschauer immer wieder zusammenzucken. Auch die Präzision des Drivers entsetzt dabei. Der normalerweise sehr ruhige Charakter scheint völlig kompromisslos, wenn es um Leben und Tod geht. Hat man eben noch eine leidenschaftliche Kussszene im Fahrstuhl gesehen, so wird dort Sekunden später jemand auf brutalste Weise umgebracht. Und schließlich endet „Drive“ in einem furiosen blutigen Finale, dem man sich nicht entziehen kann. Die darstellerischen Leistungen sind fantastisch. Alle Schauspieler passen in ihre Rollen und spielen mit einer Intensität, dass man so sehr in die Atmosphäre des Films gezogen wird, wie selten zuvor. Allen voran Ryan Gosling, der es schafft auch ohne große Worte sämtliche Gefühle und Emotionen seiner Figur auf die Leinwand zu bringen. Um es kurz zu machen: die perfekten schauspielerischen Leistungen, die grandiose Musik und der wirklich großartige 80er Jahre Style machen „Drive“ jetzt schon zu einem nahezu perfekten Kultfilm. 

Alles was bleibt ist eine wichtige Frage. Was war mit der Academy los? Oder, um es mit den Worten von Russell Crow zu sagen: „Ryan Gosling didn't get an Academy nomination? There's some fucking bullshit right there.“

9 von 10 Punkten

Game of Thrones - Staffel 1

(USA 2011)



Wie für so viele Serienfreunde war auch für mich „Game of Thrones – Staffel 1″ das wohl meisterwartete Ereignis der aktuellen TV-Saison. Auch wenn ich George R. R. Martins Vorlage (noch) nicht kenne, so eilt der düsteren Fantasyreihe doch ein gewisser Ruf voraus. Deswegen werde Ich jetzt in diesem Review hier nicht allzu viel verraten! Schauen und sich einfach in den Bann ziehen lassen!

Die Verfilmung des ersten Teils der „A Song of Fire and Ice“-Reihe als erwachsene Fantasy zu beschreiben grenzt schon an  maßlose Untertreibung. Egal ob abgetrennte Gliedmaßen oder nackte Tatsachen (ich habe gegen wohlgeformte Brüste generell nichts einzuwenden) – der typische HBO-Zuschauer wird sich sofort heimisch fühlen! So werden ,neben vielen (mehr oder weniger) bekannten Darstellern, in erster Linie natürlich Sean Bean, herrlich fiese Intrigen geschmiedet, Publikumslieblinge kurzerhand ins Jenseits befördert und auch sonst wird mit allerlei derben Ausdrücken und Handlungen die Zwischenmenschlichkeiten der Charaktere, alles andere als gefördert. Ähnlich, wie es einst die Western-Serie Deadwood vorgemacht hatte. Apropos Jenseitsbeförderung: Wie es bei HBO so Tradition ist, geschieht das Dahinscheiden natürlich immer mit einem ordentlichen verschütten von Lebenssaft, der teilweise schon krass in Szene gesetzt wurde.
Auch wenn „Game of Thrones“ in einer mittelalterlichen Welt spielt, so wird die Serie doch ziemlich modern erzählt. Nahezu am Ende jeder Episode gibt es somit einen Cliffhanger, der oft fieser nicht sein könnte. Auch das Staffelfinale fand ich grandios, was das Warten auf die Fortsetzung nicht wirklich einfacher macht.

9 von 10 Punkten