Donnerstag, 24. Mai 2007

R.I.P. Uns'r Vroni

Das war dann das Ende für Veronica Mars diese Woche Dienstag, lief das Season Finale mit 2 Episoden (letzte Folge hieß = The Bitch is Back). Die von Kritikern (Joss Whedon, Stephen King,...) hochgelobte Serie, doch von den meisten Zuschauern gemieden bei „The CW“, weil zu komplex und es ja 2 Season’s lang, für Amerikaner meist wichtigen Beziehungen, waren ja eigentlich nicht vorhanden; außer zum Dad von unser Veronica.
Die Zuschauer-Zahlen waren die ganze Zeit eigentlich nicht gut und hätte eigentlich bei einem harten Sender-Chef nie in eine 2te Season bekommen, aber der noch junge „CW“, damals glaub ich noch hieß der Sender „UPN“, Chef glaubte an die Serie und meinte mit der zweiten wird alles besser. Traf auch am Anfang zu, weil viel Geld in Werbung hinein gesteckt worden war. Doch dann die berühmt berüchtigte Winterpause bei den US-Sendern und die Zahlen sanken wieder. So das Fans gegen Ende der 2ten Season Petitionen starteten bzw. öffentliche Aktionen um der Serie evt. doch noch die 3te Season zu verschaffen. Was auch mit Hilfe des Erfinders Rob Thomas bei Sender Chef klappte.

Dafür musste Rob Thomas so einiges in Kauf nehmen und Änderungen vornehmen.
Z.B. keinen Plot mehr der über die komplette Season geht sondern in mindestens 4 Folgen abgehandelt ist und es mussten Beziehungen zu anderen Charakteren eingebaut werden.
Die „älteren“ Fans kritisierten dieses zwar, was auch an der Qualität der Serie litt, aber die Fans nahmen es ins Kauf für eine weiter Staffel mit 20 Folgen.

Momentan (laut Gerüchten von heute) sieht es so aus das Rob Thomas einen Kino Film oder wie man es auch nennen will Abschlussfilm von der Serie plant.
Normal ist das nicht das eine abgesetzte Serie einen Abschluss(kino)film bekommt, aber es kam schon mal und zwar bei Joss Whedon’s Serie Firefly, die damals von FOX einfach abgesetzt wurde, genauso wie Buffy & Angel. Momentan geht ein Ruck durch die doch jüngeren US-TV Zuschauer die sich das nicht mehr gefallen lassen, wenn gute Serien so abgesetzt werden, wo Amerikaner selbst kritisiert werden, bzw. die Politiker. Gutes Beispiel auch ganz aktuell die Serie Jericho, wo CBS innerhalb von einer Woche 3Tonnen Nüsse (Nuts = bedeutet in Amerika im Krieg bzw. TV-Geschäft soviel wie IHR SEID VERRÜCKT/BESCHEUERT) zugeschickt bekommen haben von den Fans der Serie.

Bei uns läuft die Serie natürlich auch super Platziert im deutschen TV!!
Beim ZDF Freitags-Nachts kurz nach 0Uhr momentan in der 2ten Staffel. Die 1ste lief Anfang letzten Jahres dort Samstags um kurz nach 13Uhr. Da stimmten dann die Zuschauer Zahlen auch nicht, wo man die Serie erstmal pausieren lies, dann fing man wieder an und dann kamen die Olympischen Spiele wo die Serie auch wieder pausieren musste.

Gut das ich alle 3 Staffeln seit Dienstag gesehen hab und jetzt natürlich ein wenig auf den Kinofilm hoffe wie bei Serenity!! Damit Veronica weiter Fotos machen kann *g*


Montag, 21. Mai 2007

TV-Serie: Jericho (Der Anschlag)

Worum geht es:

Ein „strahlend“ schöner Morgen in Jericho, Kansas. Kinder stürmen zum Schulbus, Väter verabschieden sich ins Büro oder auf’n Bau. Dann die Katastrophe. Eine dumpfe Explosion erschüttert den Ort. Während die Erde bebt, der Strom ausfällt, explodiert ein gewaltiges Wolkenmassiv am Horizont. Ein Atompilz!!
Das Ende der Welt? Krieg? Terror?
Die Kleinstadt Jericho fällt ins Chaos. Schaffen sie es, ihr Überleben zu organisieren?
Und wie finden sie am besten, heraus was eigentlich passiert ist?

Science-Fiction?!

Hinter der Serie stehen Hollywood-Profis wie Produzent Jon Turteltaub (43, „Das Vermächtnis der Tempelritter“) und Autor Stephen Chabosky (37, Rent), die Jericho nicht als
Science Fiction sehen, « sondern als bedrohliches, reales Szenario », das sich im Laufe der ersten 22Folgen zum Kriegsschauplatz für echte Helden und Schurken wandelt.
Gedreht wurde nicht in Kansas, sondern in Bakersfield und Santa Clarita/Kalifornia. Sie erinnert atmosphärisch stark an Filmklassiker „The Day After“ von 1983 aus der Spätphase des Kalten Krieges.

Kritik:

Am Anfang, also die ersten 4 Episoden, hatte die Serie über 12 Millionen Zuschauer in den USA, dann hat CBS die Serie verlängert und noch um ein paar Episoden erweitern lassen per Vertrag. Dann kam die lange Winterpause, da nach wurden wieder ein paar Folgen ausgestrahlt und die Einschaltquote der Serie sank zunehmends (wie es bei LOST auch momentan der Fall ist, aber die Serie kommt vom Sender ABC). CBS schob also wieder eine Pause der Serie ein und zeigt dann den Rest. Die Leute waren durch die lange Winterpause einfach nicht mehr dran interessiert an der Serie, aber CBS lernt ja nicht dazu, bei den guten Vorgänger Serien (Surface & Invasion, wobei letztere sehr zu empfehlen ist) war es der gleiche Fall, das die Serien nach einer Season mit offenem Ende einfach abgesetzt wurde. Dieses Schicksal ereilte auch Jericho, es werden zwar Handlungsstränge aufgelöst, aber die Hauptfrage bleibt offen.

Ich hab die Serie komplett in englisch geschaut und am Wochenende die erste Episode in deutsch gesehen und muss mal wieder sagen das die deutschen Syncron-Stimmen wieder absolut nicht zu den Charakteren passen. Jake Green’s Stimme find ich z.B. hört sich viel zu jung an für 32Jahre und ich würde im nichts abkaufen von den Story’s die er erzählt, zumindest nicht mit der deutschen Stimme!

Die Serie ist genial, klar sonst würde ich nicht drüber schreiben! Hat eine wunderbare Atmosphäre und erzähl Struktur.
Was mich Fazinierd ist wie stark der amtierende Bürgermeister bis Mitte der Staffel probiert alles so normal wie möglich zu halten und auch die Lebensmittel Rationiert für jeden Einwohner im Ort bis es Neuwahlen gibt. Ab da herrscht eigentlich nur noch Chaos und der ehemalige Bürgermeister, schafft es doch wieder Ordnung in das Durcheinander zu bringen!

Was mich ein wenig stört ist das die Frauen bis auf 3 Ausnahmen in der Serie eigentlich nur am rumjammern sind und sich lieber von Fremden schlagen oder sonst was an tun lassen würden, ehe das sie sich wehren. Am Ende der Staffel ist es zwar nicht mehr so aber am Anfang störte es mich extrem! Wenn Notstand herrscht, gewinnt halt der Stärkste bei so einer Situation. Ich persönlich glaub ja auch nicht mehr an einen Atomkrieg, eher kämpfen wir demnächst um Wasser, aber die Serie geht gut mit der Situation um was wäre wenn! Der deutsche Zusatz Titel Der Anschlag spoilert zwar extrem wie ich finde und ich hoffe das ich nicht zu viel verraten hab in meinem Artikel.

Die Serie bekommt ein gut von mir rutscht etwas knapp an einem sehr gut vorbei weil, man doch in der Mitte der Staffel bemerkt das sich das ganze etwas zieht, in der Erzähl Struktur und die Staffel auf wenige Folgen ausgelegt war.

Die Serie läuft ab 04.06.07 auf Pro7 um 21:15Uhr immer Montags

9 von 10 Punkten bzw. 88%

Freitag, 11. Mai 2007

TV-Serie: DEXTER



Serien Info:
In der Drama-Serie Dexter spielt der Six Feet Under Star Michael C. Hall die Hauptrolle, er mimt die Rolle eines forensischen Experten, also eine Art Gerichtsmediziner der Polizei in Miami. Doch hat Dexter auch einen Nebenjob, den des Serienkillers. Wie ein moderner Robin Hood der etwas anderen Art nimmt er das Recht in die eigene Hand und lässt Menschen für ihre Gräueltaten bezahlen.



Der US Pay TV Sender Showtime teilte nun mit, dass 12 neue Episoden für die zweite Staffel der sehr erfolgreich laufenden neuen Serie Dexter in Auftrag gegeben wurden. Zu sehen sein wird das dann alles in diesem Sommer, der Drehbeginn war dann anfang des Jahres.
Wie der Sender selbst bestätigt, ist Dexter ein unglaublicher "Home-Run", mit dem man nicht mal ansatzweise rechnen durfte. Die makabere Geschichte um den forensischen Rächer kommt sowohl lobend bei der kritischen Presse mit Bestnoten an, wie auch bei den überragenden Zuschauerzahlen, runde 2.0 Millionen schauen regelmäßig zu und sind begeistert.

Hintergrundinfos: Michael C. Hall (David Fisher aus Six Feet Under) verkörpert Dexter, der Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder, die der Justiz entkommen sind, grausam ermordet.
Die erste Staffel besteht aus 12 Folgen, was normal ist bei den US-Privat Sendern;
Also nach der ersten Folgen dachte ich mir so, was ist das nur fuer ein kranker Freak!
Mittlerweile (E06) erkennt man aber dass er eigentlich gar nicht anders kann und so wie er seine Faelle loest und wie er fuer seine Pseudo-Freundin und seine Stief-Schwester da ist, man eigentlich auch nur zu ihm halten kann Freude
Was mir besonders ins Auge gestochen ist, ist die "parental advisory - explicit language" doch sehr derbe Ausdrucksweise. Dafür laeuft es bei dem Amis ja auch nachts um 10 Uhr.
Mir gefällt die Serie richtig gut. Hab aber bedenken das die Serie hier jemals Uncut im TV laufen wird, vielleicht erscheint sie ja dann Ungeschnitten auf DVD.
Die Kritiken sind gut, über die Ratings ist mir noch nichts bekannt.

Trailer

IMDB Link

Donnerstag, 3. Mai 2007

TV/DVD: Prison Break

Am 1.Mai habe ich die erste Season der US-Serie Prison Break beendet und bin restlos begeistert. Das Ganze fing so gut und fesselnd an, da war mir noch gar nicht klar, wie gut sich die Serie dann noch entwickeln würde. Was dann zum Ende an Action und Spannung abgebrannt wurde, macht so manchen Kinofilm neidisch. Und dabei suchte ich nur eine Ersatzdroge in der momentanen serienlosen Zeit, da sowohl 24 als auch Lost und Battlestar Galactica Pause haben. Ich hätte nicht im Traum daran gedacht, dass Prison Break sich zu einem absoluten Favoriten, mausern würde.

Worum geht’s?
Prison Break als reine Erzählung eines Gefängnisausbruches zu beschreiben, würde der Serie auf keinen Fall gerecht werden, denn die Handlung ist deutlich komplexer. Lincoln Burrows sitzt Fox River Staatsgefängnis und wartet dort auf seine Hinrichtung. Ihm wird zur Last gelegt, den Bruder der US-Vizepräsidentin ermordet zu haben. Sein Bruder Michael Scofield glaubt an eine Verschwörung und die Unschuld seines Bruders. Er begeht einen Banküberfall und lässt sich dabei erwischen, um in das gleiche Gefängnis zu kommen und den Ausbruch seines Bruders zu organisieren. Dazu hat er sich alle nötigen Pläne auf seinen Oberkörper tätowieren lassen.

Allein hat Michael keine Chance. Er braucht die Hilfe vieler Insassen, die untereinander bis aufs Blut verfeindet sind. Seine Mitinsassen helfen ihm nicht aus Nächstenliebe, sondern weil sie alle eine eigene Triebfeder haben, um aus dem Gefängnis zu kommen. Sei es um einen Zeugen für die Mafia zu erledigen, die zukünftige Ehefrau wiederzusehen oder um ein Familienmitglied noch einmal vor dem Tod zu sehen. Parallel zur Handlung hinter Gittern versucht die Anwältin Veronica Donovan, die gleichzeitig die Ex-Geliebte von Lincon Burrows ist, Lincolns Unschuld zu beweisen und die Verschwörung aufzudecken.

Wenn ich die Vorzüge der Serie aufzählen sollte, dann wüsste ich zunächst nicht, wo ich anfangen soll. Die Story ist intelligent umgesetzt und bietet viele Twists, spannende Cliffhanger und zahlreiche Überraschungen, insbesondere auf Seiten der Verschwörung aber auch aufgrund der schlecht planbaren Probleme innerhalb der Gefängnismauern. Auf Seiten der Gesetzeshüter ist man der Gruppe der Ausbrecher ständig hautnah auf den Fersen.

Highlight der Serie sind auf jeden Fall die extrem gelungenen und vielschichtigen Charaktere. Am besten hat mir Peter Stormare als zwielichtiger John Abruzzi gefallen. Sein Gegenspieler ist der überaus brutale „T-Bag“, der von Robert Knepper gespielt wird. Als harter Hund unter den Aufsehern fällt vor allem Captain Brad Bellick auf, der von Wade Williams gespielt wird. Die Mädels können sich auf die beiden Hauptfiguren Dominic Purcell und Wentworth Miller freuen. Für uns Jungs gibt es als Augenweide Sarah Wayne Callies als zuckersüße Ärztin und die schöne Anwältin Robin Tunney. Und auch die anderen Figuren sind glänzend besetzt worden und füllen nicht nur irgendwelche Lücken, sondern tragen ernorm zur tollen Atmosphäre bei.

Natürlich ist das alles nicht super-realistisch, aber das ist 24 auch kaum, Lost sogar noch weniger. Intelligent gemachte Unterhaltung ist Prison Break auf jeden Fall und schafft es über 22 komplette Folgen auf einem extrem hohen Niveau an den Schirm zu fesseln. Mir ist noch nicht ganz klar, wie es in Season 2 weiter gehen wird, ein Zusatz-Namen ist bekannt weil die 2te Staffel ja schon im US-TV lief. Manhunt lautet er und die 3te Staffel ist auch schon bestellt von FOX. Die 2te Staffel wird ich mir mal kommendes Wochenende vornehmen, heißt falls ich das zeitlich schaffe, weil die Serie fesselt einen an den Bildschirm so das man es selten schafft auch nur aufs Klo zukommen.

Die erste Staffel hat sich für den deutschen Markt RTL unter den Nagel gerissen. Starten wird sie hierzu Land nach etlichen Verschiebungen von RTL Seiten aus am 21 Juni ab 22:15 Uhr immer im doppel Pack. Damit umgeht der Sender natürlich der Kürzung einzelner Folgen (müssen nicht gekürzt werden), weil einige Folgen doch schon recht brutal sind für die FSK 16 Freigabe, genauer will ich da jetzt nicht drauf eingehen, schaut euch es definitiv an!!

Wer nicht warten möchte kann sich die erste Staffel momentan für umgerechnet ca.26€ ink. Versand bei www.amazon.com bestellen, dort sind auch englische Untertitel drauf, die beim schauen und verstehen helfen, weil doch ziemlich viel Gang-Sprache im Knast geredet wird.

Deutsche Fansite: http://www.prisonbreakreport.de/

Mittwoch, 25. April 2007

Passt auf jede Gurke

Was will uns dieses Werbeplakat mitteilen?


a) Gurkensize does matter!

b) Gib Aids keine Chance!

c) Es gibt viele Möglichkeiten Gurken einzulegen.
d)

e) Fleisch ist mein Gemüse.

Kino: Shooter

„I don't think you understand - these people killed my dog.”

Man nehme ein paar gute Marine (Commando) oder Ex-Marine (Man on Fire) Action Filme, legt sie in eine Schüssel und rühre sie gut um. Was dabei herauskommt ist Shooter.

Und ab Minute eins geht es eigentlich schon richtig zur Sache, da fliegt oder auch spritz sie Gehirnmasse nur so über die Kino-Leinwand. Die gezielten Kopfschüsse verteilt Bob Lee Swagger (Mark Wahlberg), der sich auf geheimer Mission irgendwo in Afrika befindet und kurz darauf nicht nur seinen besten Freund beim Rückzug verliert sondern auch noch von der eigene US-Army Einheit hängen gelassen wird. Fortan lebt der Aussteiger irgendwo in den Bergen mit seinem Hund, bis Colonel Johnson (Danny Glover) ihn aufspürt, damit er einen Scharfschützen Anschlag auf den Präsidenten verhindert. Und schon ist Swagger in großen Schwierigkeiten, nicht das er gut willig hilft bzw. geholfen hat, da jagt die ganze Nation als den Mörder der Präsidenten. Von den Behörden gnadenlos gejagt, wendet er sich an Sarah (Kate Mara), die Freundin seines früheren Partners. Doch auch der junge FBI-Agent Memphis (Michael Peña), den Swagger bei seiner Flucht erstmal über den Haufen rennt, hat Zweifel am Tathergang. Das ungleiche Team muss sich erstmal zusammenraufen, bevor es den Hintermännern des Attentats auf die Pelle rücken können.

Selbstjustiz wird im ganzen Film eigentlich verherrlicht, das Ende bleibt dabei nur die Spitze vom Film. Der Zuschauer kapiert das hoffentlich schnell und steht dem sehr kritisch gegenüber. Mark Wahlberg nimmt man sein, Rambo Image ab, wo er doch im Alleingang ein paar (dutzende) Böse-Jungs erledigt. Schließlich hat es ihm ja die Regierung so beigebracht.

Eigentlich waren Keanu Reeves (Swagger) & Eminem (Johnson) für die Rollen vorgesehen, aber Reeves wollte nicht da hat der andere auch nicht eingewilligt. Gut so wie ich finde, die weiße Rap-Schwuchtel kann auch nicht Schauspielern!

Amerika gibt natürlich für den Film nur gute Kritiken, weil Scharfschützen ja das Rückrat der Army sind und und und.....

Gut Shooter, bzw. Fuqua zaubert schon ein bildgewaltiges Action Kino auf die Leinwand, was natürlich eher auf das Männliche Publikum ausgelegt ist, aber trotz Lücken bzw Anschlussfehler im Drehbuch, richtig kracht.
Der Film hat übrigens ein KJ (keine Jugend Freigabe) bekommen.

80 %

Sonntag, 22. April 2007

DVD: The Departed - Unter Feinden

Also ich frag mich ob das, nicht doch eine Schiebung war bei der OSCAR Verleihung dieses Jahr im Januar. Weil das ist der Scorsese schlechteste Arbeit find ich und find Casino um längen besser, ganz zu schweigen von allen seinen andern Filmen!

Der Film ist total überbewertet und überschätzt, meiner Meinung nach. Infernal Affairs, so der Original-Titel des Original Films, ist einer der besten asiatischen Filme die es gibt und einer meiner Lieblinge und bin schlicht und ergreifend geschockt vom Remake Scorsese’s.
Zwischen den beiden Filmen liegen Welten! Angefangen bei der absolut übertriebenen Brutalität – Am Ende fliegt Quasie das Gehirn nur so aus den Köpfen, um das nicht vorhanden Emotionalem Spiel bzw. emotionale Bindung der Figuren wie im kantonesischen Original und natürlich nicht zu vergessen die nicht vorhandene Spannung.

Damon, Di Caprio machen ihre Sache gut, Baldwin & Wahlberg sieht man es an das Sie Spaß dabei hatten und Nicholson, tja der ist auch gut wie immer halt. Was noch gravierend auffällt im Remake ist, die Psychologien (Vera Famigas) völlig nutzlos ist im Remake und einfach nur störend ist für die Story. Vera Famigas spielt auch in meinen Augen völlig lustlos ihre Figur.

The Departed ist mit einer Laufzeit von 145min, auch wesentlich zu lang und hätte gute 40min kürzer sein können. Deswegen habe ich mich eigentlich bis zum Ende hin gequält
und war froh das er zu Ende war. Viele der Szenen sind vom Original 1:1 kopiert und das wiederum entspricht keinem guten Remake.

Ich hab den Film an den Oster-Feiertage gesehen und hab es mir eigentlich schwer gemacht, dem Film etwas gutes abzugewinnen. Aber etwas ist doch hängen geblieben. Wahlbergs Figur bzw. er selbst hat ein paar gute Szenen die auch eigentlich immer zu Lachattacken führen. Spannung baut sich am Ende meiner Meinung nach etwas auf. Was aber war ist, es ist zu lang. The Departed ist ein solider Thriller, den man schauen sollte wenn man das Kantonesische Original nicht kennt, sollte aber auch dieses aufjeden Fall schauen weil es 100x besser ist als das hier von Scorsese.

6.5 von 10 Punkte bzw 65%

Mittwoch, 18. April 2007

DVD: Pans Labyrinth

Wo soll ich anfangen bei solch genialem Film?? Es ist schwer gerade bei einem Film der Traumbewertungen bei www.metacritic.com von 98% schaffte und damit sofort Platz vier des All-Time-Highscores erreichte. Und das nicht ohne Grund, wie ich finde!

Märchen und Kindergeschichten sind manchmal schon ziemlich grausam, oder? Die Lektionen von Max und Moritz, oder dem Struwwelpeter zeigen deutlich, dass aus Fantasieprodukten nicht immer nur Freude und romantisches Happy End mit Prinz und Prinzessin hervorgehen können bzw. müssen.

Zwei Jahre nach dem offiziellen Ende des Bürgerkriegs (Franco-Diktatur) in Spanien setzt Del Toro sein schaurig-geniales (Horror-)Märchen, eine Art „Alice im Wunderland“ an und spielt dann ganz geschickt mit den Genreregeln, um seinen eigenen, markanten Stil in die Geschichte einfließen zu lassen. Ein ebenso brutales wie sinnliches Märchen für Erwachsene, bevölkert von unvergesslichen angsteinjagenden und doch irgendwie bezaubernden Wesen.

Pans Labyrinth ist mit Sicherheit ein Märchen. Es gibt gute Feen, Fabelwesen, ein schon fast verlorenes Königreich und eine Prinzessin. Aber die Phantasiewelt, ist nicht ganz so gut wie sie scheint und das kleine Mädchen was auf den Namen Ofelia hört, wird man mit einer von Grausamkeit und Guerilla-Krieg gekennzeichneten Welt bzw. Realität konfrontiert.

Eine Geschichte übers Erwachsen werden und die Perversion der Unschuld, liefert uns Del Toro hier. Ein Film voller Symbole und Metaphern, dass man sich den Film gern noch ein 2tes bzw. 3tes mal anschauen möchte/kann. Diese phantastische Welt voller Magie und Mystik, kombiniert Del Toro mit so abscheulich detaillierten wie präzisen brutalen Bildern.

Er erspart dem Publikum auch rein gar nichts! So hält er die Kamera voll auf geschehen, wenn der „Capitan“ einen jungen Bauern mit einer Glasflasche den Kopf zertrümmert. Es gibt Folter, Verstümmelungen, eine realistische blutige Geburt(? KA ich kenn mich da nicht aus *g*) und eine Menge Psychoterror. Trotz des Ekels, diverser Szenen muss man aber hinsehen, statt das Gesicht wegzudrehen. Den Del Toro geht es wahrscheinlich nicht um die plumpen Schockeffekte oder gar die Lust am Voyeurismus (spannen), er stellt die beiden Welten, in denen das süße nette Mädchen Ofelia lebt, einander in ihrer Grausamkeit direk da. Die Szenarien und die wie aus Albträumen entstiegenen Monster, gibt es ja bekanntlicherweise in beiden Welten.

Es kann faktisch zwar eine nüchterne Desillusion sein, die mancher darin sehen mag (Religion als spielerische Imagination des Ichs), tatsächlich aber ist das der Kern all des Phantastischen. Del Toro adressiert das Verklärte des Realen, um ihm mit einer visionären Ode den Sieg des Magischen vorzuführen. Deshalb wird „Pan’s Labyrinth“ gewiss zu einem Meilenstein des Genres avancieren, mit seiner herausragenden Hauptdarstellerin geht er den direktesten Weg zum Herz des Publikums. Der minimalistische, mitunter kammerspielartige Film mag brutal, nicht besonders Mainstream orientiert und zutiefst tragisch sein, doch er ist so voller wahrer Phantasie, wie vielleicht kaum ein zweiter seines Topos’.

95% bzw. 9.5 von 10 Punkten

Dienstag, 10. April 2007

DVD: Der Letzte Kuss (The Last Kiss)

Hier also der Film zur inzwischen in Mode gewordenen Quarter-Life-Crisis, der modernen Form der Midlifecrisis, geboren aus einer Single-Gesellschaft, die ihr Lebenziel-Tief inzwischen schon Mitte zwanzig bis Anfang dreißig nimmt.

„The Last Kiss“, das US-Remake zu dem itailienischen Hit „L’ultimo bacio“ präsentiert uns den beinahe dreißigjährigen Architekt Michael (Zach Braff), dieser sieht mit gemischten Gefühlen seinem bevorstehenden Geburtstag entgegen. Könnte es sein, dass es nun ein Ende hat mit jugendlicher Experimentierfreude und Spontanität? Dass nun das Spießerleben mit Kindern, Eigenheim und immer derselben Frau bevorsteht? Fast sieht es so aus: Freundin Jenna (Jacinda Barrett) ist schon seit zehn Wochen schwanger, und mancher Kumpel ächzt bereits im Ehejoch. Da taucht anlässlich der Hochzeit des besten Freundes eine neue Flamme (Rachel Bilson) auf, und Michael gerät ins Wanken.

Doch das ist nicht alles: auch Michaels Freunde haben so ihre Schwierigkeiten. Der Eine hadert mit einer nicht zu verarbeitenden Trennung, ein anderer ist bereits Vater und muss sich mit dem Gedanken anfreunden, das seine Ehe am Ende ist, der Dritte flüchtet vor den Institutionen und vögelt sich fröhlich durchs Leben. Und auch die lieben Schwiegereltern Michaels geraten in eine handfeste Ehekrise…

Ein ungemein kraftvolles Ensemble mäßig populärer, aber dafür um so überzeugender Schauspielergesichter wurde zusammengesucht, um die höchstmögliche Wirkung zu erzielen.

Michaels anfängliche Beziehungsidylle wirkt tatsächlich so realistisch, wie man sie im Kino eigentlich gar nicht sehen will, wird man doch fast zu sehr an das wahre Leben erinnert.
Der Mittelteil, in dem die Figuren schließlich ihre Entwicklungsphasen durchlaufen, ist dann auch der Interessanteste im ganzen Film, bewegen sich Komödie und Drama hier gemütlich engagiert nebeneinander her und stellen die nötige Verbindung zum Publikum her.

Überraschend dabei ist, dass ausgerechnet der Haupthandlungsstrang um „Scrubs“- und „Garden State“-Liebling Zach Braff und seine Freundin Jacinda Barett (sehr natürlich!) dabei vergleichsweise fade ausfällt. Recht vorhersehbar und ohne Fallhöhe schleppt sich das Drama vom letzten Abenteuer voran und Braff ist sichtlich überfordert, eine neue Figur zu kreieren, die sich von seinen beiden Erfolgsrollen abhebt. Leider bleibt es bei einer Mischung aus dem vergeistigten Neurotiker und dem komisch-verträumten Arzt und das Ergebnis ist eine ineffektive Hauptfigur, die allerdings ein sehr realistisches Dilemma durchlebt.

Der letzte Kuss ist ein anspruchsvolles, modernes Komödien-Drama über das Leben, die Liebe, Untreue, Vergebung, Ehe und Freundschaft, und darüber, wie man damit fertig wird, dass man dann doch irgendwann einmal die 30 überschreitet. Angeführt von Zach Braff („Garden State“) erweckt ein Ensemble von hochtalentierten Schauspielern aus drei Generationen das Drehbuch von Oscar-Preisträger Paul Haggis („L.A. Crash“) mit viel Herz und Humor zum Leben. Ein Film, über den man mit guten Freunden noch lange reden wird.

7 von 10 Punkten (70%)

Sonntag, 1. April 2007

DVD: BRICK

So nach länger abstinenz meld ich mich mal wieder. In der wenigen Freizeit hab ich es, seit dem letzten Eintrag geschafft, sage und schreibe, einen Film zuschauen.
Nun man kann, halt besseres in seiner Freizeit machen.......

Die Versuchsanordnung klingt wild, wüst und abenteuerlich. „Brick“ ist ein klassischer amerikanischer Detektivfilm im Stil der Schwarzen Serie 40er Jahre. Der Clou: Kinodebütant Rian Johnson verlegt seinen Stoff an eine südkalifornische High School der Neuzeit, doch die Figuren sprechen so, wie dies die Helden in der Vergangenheit taten. Doch der Regisseur und Autor wählt diesen Ansatz nicht als Fingerübung, wie dies bei Werken wie „O“ oder „10 Dinge, die ich an dir hasse“ als Shakespeare-Adaption der Fall war. Nein, Johnson meint es vollkommen ernst. Und Überraschung: Das filmische Experiment funktioniert hervorragend. Ein Teenage-Bogart kämpft auf den Pfaden von Dashiell Hammett und Raymond Chandler um die Aufklärung eines Mordes und letztlich nicht nur um sein eigenes Leben. Diese Neo-Noir-Offenbarung ist hip, keine Frage. Noch cooler sogar, aber ein ironischer Abgesang auf das Genre ist „Brick“ keineswegs. Dieser minimal budgetierte düstere Thriller huldigt seine Vorbilder und bietet tatsächlich etwas, das in Hollywood sehr rar ist: Originalität.

Brendan Frye (Joseph Gordon-Levitt) ist an seiner High School ein Einzelgänger aus Überzeugung. Freunde hat er nur einen: The Brain (Matt O’Leary). Mysteriöse Dinge gehen vor sich. Brendans Ex-Freundin Emily (Emilie de Ravin), die er immer noch liebt, will ihn unbedingt sehen, doch kurze Zeit nach dem verstörenden Treffen verschwindet sie spurlos vom Erdboden. Mit Hilfe seines Kumpels The Brain macht sich Brendan auf die Suche und gleitet alsbald in eine fremde Welt ab. Emily ist in den Untergrund der High-School-Szene abgerutscht und dort tragisch gescheitert. Brendan findet ihre Leiche und will sich an die Hintermänner der örtlichen Drogenszene heranschleichen, weil er dort die Täter vermutet. Nach einigen Prügeleien legt er es auf ein lebensgefährliches Treffen mit dem Unterweltboss The Pin (Lukas Haas) an. Sein Leben hängt am seidenen Faden...

Rian Johnsons hypnotischer Neo-Noir-Thriller „Brick“ feierte 2005 auf dem Sundance Festival Erfolge und gewann beim Fantasy Filmfest 2006 den Publikumspreis. Das Werk begeistert mit einer Frische, die dem heutigen Formelkino unglaublich gut tut. Einen kleinen Haken hat der Film aber: Wer sich nicht auf die verwegene Prämisse der Verlegung der 40er Jahre in die Jetztzeit einlässt, wird von „Brick“ höchstwahrscheinlich furchtbar genervt sein.

Die Entstehungsgeschichte von „Brick“ hat es bereits in sich. Johnson brauchte sieben Jahre von der Idee zur Kinoumsetzung, er pumpte sich die 500.000 Dollar Budget aus der Verwandtschaft und von allen möglichen Freunden, die etwas übrig hatten. Den Film schnitt er zuhause auf seinem Mac mit handelsüblicher Software zusammen. Bei der Zeichnung der Charaktere gelang Johnson ein famoses Kunststück. Er benutzt die Stereotypen und Klischees der Filmgeschichte, interpretiert sie aber durch das Einsetzen in die High-School-Background neu. Joseph Gordon-Levitt (Hinterm Mond gleich links, Mysterious Skin, Havoc) ist die perfekte Besetzung des charismatischen Post-Noir-Bogarts. Dieser Brendan ist ein mürrischer Zeitgenosse, ein harter Hund, der keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht, knochentrocken spricht und sich viel besser schlägt, als seine körperlichen Voraussetzungen glauben machen wollen. Die bittere Konsequenz, über Schmerzen hinweg zu sehen, um bei der Ermittlung weiter zu kommen, hat Stil. Doch Gordon-Levitt steht nicht allein. Betörend spielt Nora Zehetner („Everwood“) als glamouröse Femme Fatale, Matt O’Leary (Dämonisch, Tödliches Vertrauen) gefällt als undurchsichtiger Mann im Hintergrund, „Lost“-Star Emilie de Ravin (The Hills Have Eyes) überzeugt als verzweifelte Schlüsselfigur Emily und Noah Fleiss („Law & Order“) gibt dem brutalen Schläger Tugger eine Seele. Doch dass „Brick“ auch einen schillernden Bösewicht auffahren kann, verdankt der Film der Performance von Lukas „Der einzige Zeuge“ Haas (Mars Attacks, Last Days), der endlich mal zeugen darf, was er drauf hat. An diesem Charakter lässt sich hübsch die Zuschauerspreu vom Weizen trennen. Verkrüppelt, ganz in Schwarz gekleidet, mit einem Gehstock ausstaffiert, provoziert diese Figur geradezu. Personifizierte Coolness oder Schwachsinn? Wer sich für Letzteres entscheidet, wird an „Brick“ keine Freude haben. Regisseur Johnson spielt die getragene Theatralik in seiner Geschichte bis an die Grenzen aus.

Brendan Frye: „Emily said four words I didn't know. Tell me if they catch. Brick?”

The Brain: „No.”

Brendan Frye: „Or Bad Brick?”

The Brain: „Nope.”

Brendan Frye: „Tug?”

The Brain: „Tug? Tug might be a drink, like milk and vodka, or something.”

Brendan Frye: „Poor Frisco?”

The Brain: „Frisco? Frisco Farr was a sophomore last year, real trash. Maybe had a class a week, I didn't know him then, haven't seen him around.”

Brendan Frye: „Pin?”

The Brain: „Pin. The Pin?”

Brendan Frye: „The Pin, yeah?”

The Brain: „The Pin is kinda a local spook story, yeah know the King Pin.”

Brendan Frye: „Yeah, I've heard it.”

The Brain: „Same thing, he's supposed to be old, like 26. Lives in town.”

Brendan Frye: „Dope runner, right?”

The Brain: „Big time. See the Pin pipes it from the lowest scraper for Brad Bramish to sell, maybe. Ask any dope rat where their junk sprang and they'll say they scraped it from that, who scored it from this, who bought it off so, and after four or five connections the list always ends with The Pin. But I bet you, if you got every rat in town together and said ‘Show your hands’ if any of them've actually seen The Pin, you'd get a crowd of full pockets.”

Brendan Frye: „You think The Pin's just a tale to take whatever heat?”

The Brain: „Hmm... So what's first?”

Brendan Frye: „Show of hands.”


Neben den Dialogen glänzt ebenso der skurrile 40er-Jahre-Score durch nostalgische Coolness.

Das wird in absolut krassen Gegensatz zu den lichtdurchfluteten, farbenfroh arrangierten Bildern gesetzt. Aus dem wilden Clash des hellen, aber dennoch extrem kontrastreichen Film Noir entsteht eine unwiderstehliche Stimmung, die Sogwirkung auf den Zuschauer ausübt. Atmosphärisch ist „Brick“ ein Ereignis. Die Handlung wird ernsthaft verfolgt, ist aber nur Mittel zum Zweck. Wie im Film Noir üblich folgt Twist auf Twist, bis am Ende kaum noch jemand hinterher kommt. Und selbst in der letzten Szene gibt Johnson keine Ruhe und setzt noch einen drauf, der das Geschehen in völlig neuem Licht erscheinen lässt.

„Brick“ ist der erfreuliche Beweis dafür, wie toll Kino im Urzustand sein kann - ohne ein ängstliches, profitgeiles Studio im Nacken, das jede noch so kleine Ecke und Kante abschleift, bis sich keiner von 8 bis 88 Jahre mehr am filmischen Gourmetmahl verschlucken kann. Der zynische, lakonische Hardboiled-Thriller ist hervorragend inszeniert, ein kühnes Wagnis, das beileibe nicht jedem gefallen mag, aber wer darauf einsteigt, wird mit einem der außergewöhnlichsten, coolsten, unterhaltsamsten... und nicht zuletzt originellsten Filme der Saison 2006 belohnt.